Spezialprojekt 2015

 

DIE WAHL

Ein Projekt zur Stärkung der Zivilgesellschaft in Lunz am See

 

Eine Kooperation von wenn es soweit istwellenklaenge und der Niederösterreichischen Landesausstellung 2015

 

Lunz ist eine Marktgemeinde mit derzeit 1785 Bewohnerinnen und ein besonders schöner Flecken Erde. Stellvertretend für jede Marktgemeinde dieser Größenordnung in Österreich erlaubt das Projekt Die Wahl dem Besucher von auswärts einen Blick in seine innere Struktur und Beschaffenheit.

 

Wer sind wir? Wer waren wir in der Vergangenheit? Wer wollen wir in der Zukunft sein? Nehmen wir alle Möglichkeiten wahr, die uns geboten sind? Wie verhalten wir uns zueinander? Kennen wir die Bedürfnisse der Anderen? Von welchen Visionen werden wir angetrieben?

 

In der Beantwortung dieser Fragen lernt man sich kennen und entwickelt Empathie für den anderen.

Wir treten hierfür mit allen Menschen, die in Lunz am See gemeldet sind in Kontakt und laden ein zu einer Wahl bei der ein Los gezogen wird. An dem Projekt kann jeder teilnehmen egal welchen Alters, Nationalität, Religion oder Aufenthaltsstatus. Für das generationsübergreifende Projekt sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich: Man muss nichts können.

 

Drei Premieren präsentieren die Ergebnisse der Wahl:

 

1. Wahlnacht: Glauben - Sonntag, 12. Juli 2015, 20.30 Uhr

2. Wahlnacht: Lieben - Mittwoch, 15. Juli 2015, 20.30 Uhr

3. Wahlnacht: Hoffen - Freitag, 17. Juli 2015, 20.30 Uhr

 

 

Die Idee

In der Marktgemeinde Lunz am See leben derzeit 1785 Menschen – nicht alle kennen sich, nicht alle sind vertraut mit den Sehnsüchten, Hoffnungen, Wünschen und Bedürfnissen der Anderen. Mit DIE WAHL haben die Lunzerinnen und Lunzer selbst die Möglichkeit sich und ihr Dorf aus der Tiefe heraus zu erforschen.

 

Der erste Wahldurchgang

Beim ersten Wahldurchgang trifft man auf die beiden Macher des Spiels Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf. Dieser erste Wahldurchgang ist einesteils ein Casting, bei dem wir jeden Wähler und jede Wählerin fotografieren – hier hat man aber auch Gelegenheit aus einer Wahlurne einen Namen zu ziehen. Mag sein, dass sich hinter diesem Los Freund oder Feind verbirgt – mag sein, dass man die gezogene Person nicht kennt – man wird gebeten über diese Person nachzudenken und sie zu präsentieren.

 

Der zweite Wahldurchgang

Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf wählen nun die 30 WählerInnen aus, die an den drei Abenden der Performance, eine Person aus Lunz am See auf der Seebühne präsentieren. Diese 30 WählerInnen laden wir zu einem fünfwöchigen Probenprozess ein. Man muss um an diesem Probenprozess teilzunehmen nichts können.

 

Die Wahlpropaganda

Wahlplakate mit den Fotografien von Helmut Wimmer begleiten das Projekt im Öffentlichen Raum.

 

Die Wahlnacht

Die Ergebnisse dieses Probenprozesses wird man an drei verschiedenen Abenden auf der Seebühne in Lunz am See während des Festivals wellenklaenge sehen können.

 

wenn es soweit ist

 

taucht plötzlich auf, unvermittelt, an einem ungeahnten Ort. Assoziativ entwickelt es ein performatives Spiel durch Zeit und Raum, zitiert große Texte und transferiert sie in ein anderes Licht. Der andere Ort, der Unort wird zur Bühne, der Text wird zum Leben erweckt, die Inhalte werden neu kreiert. Philosophisches und gesellschaftspolitisches Material begleiten Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf auf ihren Wegen, ebenso wie das alltägliche Leben mit seinen individuellen Besonderheiten.

Von einer unstillbaren Neugier getrieben, suchen und finden sie Orte, die beredt von der Vergangenheit und der Zukunft erzählen und die Gegenwart deuten.

Die Begegnung und die Arbeit mit anderen Suchenden bleibt existentieller Bestandteil ihrer Arbeit.

 

Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf

Jacqueline Kornmüller absolvierte ein Schauspielstudium an der Folkwang Schule für Musik, Theater und Tanz in Essen. Es folgte ein Engagement ans Schauspiel Köln, wo sie erste Regiearbeiten präsentierte. Zwischen 2000 und 2005 war Kornmüller Hausregisseurin am Staatstheater Stuttgart. Mit Peter Wolf gründete sie die Gruppe wenn es soweit ist und inszenierte zahlreiche aufsehenerregende Projekte, wie „Josephinum 02 Über den Tod" in der medizinischen Sammlung der Universität Wien sowie „Ganymed Boarding" im Kunsthistorischen Museum Wien, wofür sie gemeinsam mit Peter Wolf, den Kunstpreis der Bank Austria und den Nestroy 2011 in der Kategorie „Beste Off-Produktion" erhielt. 2012 wurde sie in der Kategorie „Beste Regie" mit dem Dorothea-Neff-Preis ausgezeichnet.